„Übe das Leben jetzt. Kunst und Kultur in Palästina." Ausstellung mit Fotografien von Wolfgang Sréter

Foto: Wolfgang Sréter

Am Montag, dem 25. April 2016 präsentierten wir im Forum der Anne-Frank-Gesamtschule Gütersloh die in Jerusalem 2015 erstmals eröffnete Ausstellung: „Übe das Leben jetzt. Kunst und Kultur in Palästina. Fotografien von Wolfgang Sréter“.

Der Münchener Schriftsteller und Fotograf Wolfgang Sréter zeigte Fotografien von jungen Palästinenserinnen und Palästinensern, die auf der Suche nach einer eigenen kulturellen Identität mit Musik-, Theater- und Tanzprojekten innere und äußere Grenzen überwinden. Sie haben es aufgegeben, auf Friedensverhandlungen zu warten, die zu keinem Ergebnis führen. Sie leben jetzt und wollen ihre Stärken ausdrücken und ihre künstlerischen Vorstellungen umsetzen. Unter den Bedingungen einer seit 1967 andauernden Besatzung ist zwar keine blühende Kulturszene möglich, dafür aber eine ungewöhnliche, die in ihrer Vielfalt fasziniert und in ihrer Vitalität überrascht.

 

 

„Theater in Palästina, Malerei, Tanz, Musik, Performance?“
Foto: KueN

fragte die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Gütersloh, Monika Paskarbies in ihrem einleitenden Grußwort zur Ausstellungseröffnung vor dem Hintergrund der medial verbreiteten Vorstellung einer von Gewalt und Konflikten geprägten palästinensischen Gesellschaft.

„Die Ausstellung, die wir heute eröffnen, schließt diese gedankliche Lücke, indem sie uns Bilder zeigt, die uns genau davon erzählen - nämlich von Lebensfreude, Kreativität und Begeisterung, von Schönheit und Provokation, von meditativer Ruhe und  überschäumendem Temperament. Wolfgang Sréter hat diese Szenen, die sich mit Worten nur unzureichend beschreiben lassen, mit der Kamera eingefangen und zu einer Geschichte über Palästina verdichtet, die so ganz selten erzählt wird.“

Schulleiter Jörg Witteborg, Foto: KueN

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter Jörg Witteborg, dem Grußwort der stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Gütersloh, Monika Paskarbies ("Bildende Kunst in Palästina? Theater, Malerei, Performance? Hand aufs Herz: Was fällt Ihnen dazu ein?") stellten sich die Ausstellungsveranstalter vor. Gunar Weykam erläuterte als Leiter des Jugendfriedensprojektes der Anne-Frank-Schule die schwierige, aber in der Begegnung mit den Menschen sehr befriedigende Arbeit des Schüleraustausches mit der palästinensischen Partnerschule, der evangelisch-lutherischen School of Hope in Ramallah. Für die Stiftung "Begegnung. Deutsch-Palästinensisches Jugendwerk" sprach Frank Müller.

Als Fotograf und Autor ist Wolfgang Sréter dem Gütersloher Publikum bekannt. Es war bereits die dritte Ausstellung, die die Stiftung Begegnung mit ihm durchführte. Er hat seit 2008 Israel und Palästina auf unzähligen Reisen besucht.

In seiner Lesung trug er zwei seiner Texte vor. Der Essay "Al Quds Music College" handelte von den Schwierigkeiten einer akademischen Ausbildung für Musikerinnen an der Al Quds Universität in Ostjerusalem. Seit 2011 gibt es dort regulären Unterricht, Wokshops, Meisterklassen, Konzerte und Sommerakademien mit internationalen Musikern. Unter den Bedingungen der Besatzung sei die Arbeit nicht immer leicht, aber man gebe nicht auf. Zur Erheiterung des Publikums las Wolfgang Sréter noch die Geschichte "Die Könige der Straße" über das gefährliche, aber immer erlebnisreiche Taxifahren in Palästina.

 

 

Foto: KueN

Spannend und unterhaltsam trug er vor, wie es zu diesem Fotoprojekt kam. "Übe das Leben jetzt!" sei ein Zitat aus einem Gedicht von Mahmud Darwish. Die jungen palästinensischen Künstler und Künstlerinnen hätten genug von Krieg, Gewalt und Demütigungen. Sie wollten nicht mehr auf einen ungewissen Frieden warten, sie wollten jetzt leben und ihrem Dasein jetzt Sinn und Gestalt verleihen.

 

 

Foto: KueN

"Gibt es in Palästina überhaupt ein Theater? Und ob! Sogar mehrere ... in Ramallah, Jerusalem, Bethlehem, Hebron und Jenin. ... Es existieren drüber hinaus Theatergruppen, die im In- und Ausland unterwegs sind. ... Das Al Kasaba Theater arbeitet mit der Folkwang Universität der Künste in Essen zusammen." Wolfgang Sréter nannte viele Beispiele des lebhaften und vielfältigen künstlerischen Lebens in Palästina und der internationalen Verbindungen. Ausgestellt waren ca. 50 Farbfotografien, die eindrucksvoll die reiche und vielfältige Kulturszene Palästinas widerspiegelten.

 

 

Foto: KueN

Die Schul-Bigband unter der Leitung von Gudrun Pollmeier gab der Veranstaltung die schwungvolle Leichtigkeit, die auch die im Schulforum rundum gehängten Bilder scheinbar ausstrahlten.

Ausstellungs-Plakat

Einladungs-Flyer

Grußwort der stellvertretenden Bürgermeisterin Monika Paskarbies

"Al Quds Music College"

"Die Könige der Straße"

2015_11_Sreter_ausJerusalem.pdf

Wolfgang Sréter über die Ausstellungseröffnung in Jerusalem

315 K