Rückblick auf 2015 und Ausblick auf 2016

Liebe Freunde und Förderer der Stiftung Begegnung!

Gerade in diesen Weihnachtstagen 2015 stimmen uns die Nachrichten aus dem „Heiligen Land“ düster; die Tagesschau berichtete von den durch die israelische Besatzung  überschatteten Weihnachtsfeiern in Bethlehem. Die Lage der Menschen in Palästina scheint perspektivlos; ein Ende ist nicht absehbar.


Schulpartnerschaften – ein  Beitrag zum Frieden
Angesichts dieser düsteren Aussichten freuen wir uns umso mehr, dass wir bestehende und im Aufbau befindliche schulische Austausch- und Begegnungsprojekte für junge Deutsche und Palästinenser finanziell und mit Know-how unterstützen konnten.


Mit welchem Engagement die Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler diese Begegnungen durchführen, davon zeugen auch die Berichte über die 2015 geförderten Schulpartnerschaften: Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Oberasbach und College Dar Al-Tifl in Ostjerusalem,  Gymnasium sowie die Stadtteilschule Hamburg-Finkenwerder und  Deutsche Evang. Auslandsschule Talitha Kumi in Beit Jala bei Bethlehem, Erich Maria-Remarque-Realschule in Osnabrück und die Evangelisch-Lutherische Schule in Beit Sahour bei Bethlehem, Anne-Frank-Gesamtschule Gütersloh und  die Evang. Luth. School of Hope in Ramallah.


Die palästinensischen Schüler erlebten in Deutschland eine Realität, die sie aus ihrer Heimat kaum kennen. Deutsche Schüler aus Gütersloh und Hamburg konnten in Palästina den Alltag der palästinensischen Partner erleben. Die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer berichten von der nachhaltigen Bedeutung dieser deutsch-palästinensischen Begegnungen für beide Seiten: „Nur wer erlebt hat, was Frieden und Freiheit bedeuten, kann sich engagiert  und dauerhaft für diese Werte einsetzen.“

 
Über die Mauer  – wegweisender Brückenschlag in der Jugendarbeit
Unsere Stiftung unterstützt auch das außergewöhnliche Begegnungsprojekt von Brass for Peace e.V.:  Jugendliche Blechbläser aus Bethlehem/Westjordanland und jugendliche Bläser aus westfälischen Posaunenchören (bes. aus Herford/Hagedorn)  gestalteten im Sommer 2015 eine zweiwöchige Begegnungsreise mit musikalischer Ausbildung im Blechblasen und Konzertauftritten, vor allem auf dem Landesposaunentag in Offenburg. Das musikalische Bläserprojekt „Über die Mauer“ wurde ein wegweisender Brückenschlag in der deutsch-palästinensischen Jugendarbeit. Der Verein Brass for Peace plant für 2016 den Gegenbesuch der jungen deutschen Bläser in Bethlehem. (Mehr >>)

 

Praktikumsprojekt – eine Brücke der Zuversicht
Ein Jahr nach dem 10jährigen Gründungsjubiläum der Stiftung Begegnung förderten wir in diesem Jahr zum zehnten Mal in Kooperation mit dem Zonta Club Bielefeld ein dreimonatiges Praktikum einer jungen Palästinenserin in der Region Ostwestfalen.

 

 

Foto: Kerstin Panhorst

Die 23jährige, aus Ost-Jerusalem stammende Palästinenserin Nadia Asali hat an der Universität Birzeit Architektur studiert und  von Juli bis September 2015 bei der Firma Goldbeck in Bielefeld ein dreimonatiges Praktikum absolviert. Der Europa-Abgeordnete Elmar Brok sprach diesem Praktikumsprojekt vor Ort große Anerkennung aus. Auch dieses - bundesweit wohl einmalige - Praktikumsprojekt soll 2016 fortgesetzt werden. (Mehr >>)

Dass dies alles möglich war, dazu haben viele von Ihnen mit einer Spende beigetragen. Dafür und für Ihr engagiertes Interesse möchten wir uns herzlich bedanken!

 

Eine Vorschau auf 2016
Wir haben für das erste Halbjahr folgende öffentliche Veranstaltungen geplant:
Am Mittwoch, 2. März 2016, findet in der Stadtbibliothek Gütersloh die Vorstellung des  im Campus Verlag neu erschienenen Schulbuchs „Die Geschichte des Anderen kennenlernen“ statt (Mehr >>). Referent ist Dr. Falk Pingel, ehem. stellvertretender Direktor des Georg-Eckert-Instituts für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig. Das ungewöhnliche Geschichtsbuch zum Nahostkonflikt dokumentiert das israelische und das palästinensische Narrativ zum Konflikt. Die beiden Narrative behandeln den Zeitraum zwischen 1917 und 2000. Die Gegenüberstellung thematisiert die Entstehung von Feindbildern und Stereotypen; zugleich wird deutlich, dass es nicht nur eine Wahrheit der Geschichte, sondern viele Interpretationen gibt. Die Stiftung Begegnung hat die deutsche Herausgabe bezuschusst.


Im April / Mai 2016 wollen wir die in Jerusalem 2015 erstmals eröffnete Ausstellung präsentieren: „Übe das Leben jetzt. Kunst und Kultur in Palästina. Fotografien von Wolfgang Sréter“
Der Münchener Schriftsteller und Fotograf Wolfgang Sréter zeigt Fotografien von jungen Palästinenserinnen und Palästinensern, die auf der Suche nach einer eigenen kulturellen Identität mit Musik-, Theater- und Tanzprojekten innere und äußere Grenzen überwinden. Sie haben es aufgegeben, auf Friedensverhandlungen zu warten, die zu keinem Ergebnis führen. Sie leben jetzt und wollen ihre Stärken ausdrücken und ihre künstlerischen Vorstellungen umsetzen. Unter den Bedingungen einer seit 1987 andauernden Besatzung ist zwar keine blühende Kulturszene möglich, dafür aber eine ungewöhnliche, die in ihrer Vielfalt fasziniert und in ihrer Vitalität überrascht.

 

Für 2016 sind wieder viele Förderanträge für interessante und engagierte Projekt bei uns eingegangen, über die der Vorstand im Februar zu entscheiden hat.

Ihre Spende –  ein Mosaikstein für Hoffnung und Freundschaft
Schauen wir auf den Nahen Osten, so wird deutlich, wie nötig unser aller Engagement dort ist. Die Jugend Palästinas braucht Hoffnung. Der Einsatz gegen Resignation und Hoffnungslosigkeit, für Gerechtigkeit und Völkerverständigung ist heute wichtiger denn je.
Unsere Stiftung kann die wichtige Arbeit nur verwirklichen durch die Unterstützung und Mithilfe vieler engagierter Menschen, denen an einer gerechten Friedenslösung im Nahen Osten gelegen ist.
Unsere Arbeit beruht finanziell auf Spenden und Zustiftungen in unseren Vermögensstock (d.h. auf dessen Zinserträgen). Daher bitten wir Sie: Bleiben Sie weiterhin an unserer Seite und unterstützen Sie unsere Arbeit finanziell. Ihre Spende an die Stiftung Begegnung ist eine langfristige und wirkungsvolle Investition in eine friedlichere Zukunft.

Im Namen unserer Stiftergemeinschaft danke ich für Ihr Interesse, Ihre Unterstützung und Ihr Engagement im vergangenen Jahr und wünsche Ihnen und Ihren Familien alles Gute für das neue Jahr!

Herzliche Grüße

Marita Kappler
Vorstandsvorsitzende